Das multiple Myelom

Symptome und Ursachen

Symptome des multiplen Myeloms

Das multiple Myelom kann relativ spezifische Symptome verursachen. Dabei kann sowohl nur eines als auch mehrere der im Folgenden genannten Symptome gleichzeitig oder nacheinander auftreten.

Das häufigste Symptom, das letztlich zur Diagnosestellung des multiplen Myeloms führt, ist eine Schädigung des Knochens, die zu Frakturen (Knochenbrüchen) und damit zu Schmerzen führt.

Wie kommt es beim multiplen Myelom zu einer Knochenschädigung? Auch wenn der Knochen wie ein lebloses Gewebe erscheint, wird dieser doch regelmäßig durch die sogenannten Osteoklasten abgebaut. Bei einem gesunden Menschen steht diesem Abbau aber ein gleichwertiger Aufbau durch die sogenannten Osteoblasten gegenüber, sodass die Gesamtknochenmasse weitgehend gleichbleibt.

Myelomzellen produzieren Botenstoffe um lediglich die Osteoklasten zu aktivieren, sodass es zu einem Ungleichgewicht und zu einer Abnahme der Knochenmasse kommt. Dies kann sowohl lokal begrenzt (Osteolyse) oder diffus über den Knochen verteilt (Osteoporose) auftreten.

Sowohl der fokale, auch genannt herdförmige, als auch der diffuse Knochenverlust führt zur Gefahr von Knochenbrüchen, die naturgemäß meist mit Schmerzen einhergehen. Durch das Wachstum der Myelomzellen im Knochenmark können die dort vorhandenen Nervenendigungen mechanisch gereizt werden und in Folge Schmerzen auslösen bevor es zu Knochenbrüchen kommt.

Durch Frakturen, vor allem im Wirbelsäulenbereich, aber auch durch lokales Wachstum von Myelomzelltumoren, kann es zu Druckeinwirkungen auf Nerven, insbesondere im Bereich des Rückenmarks kommen. Dies kann zu Schmerzen und im ausgeprägten Fall zu Taubheit oder gar Lähmungen führen. Diese bedürfen eines dringlichen Eingreifens durch einen Orthopäden oder Neurochirurgen.

Darüber hinaus können in seltenen Fällen die gebildeten Eiweiße die Nerven direkt schädigen und so vor allem in den Händen und Füßen vornehmlich zu Kribbeln und Taubheit (Polyneuropathie) führen.

Da die Plasmazellen im Knochenmark wachsen, in dem auch die gesunden Blutzellen gebildet werden, kann es durch die Verdrängung dieser zu einer Reduktion der Blutbildung kommen. Dies zeigt sich in der Labordiagnostik durch eine Abnahme der gesunden Zellen im Blut. Dabei können folgende Symptome auftreten:

  • Mangel an roten Blutkörperchen = Anämie: unter anderem Blässe, Leistungsknick, Müdigkeit, allgemeine Schwäche, Atemnot, Herzrasen
  • Mangel an weißen Blutkörperchen = Leukopenie: vor allem vermehrte Infektanfälligkeit
  • Mangel an Blutplättchen = Thrombo(zyto)penie: vermehrte Blutungsneigung

Patienten mit einem multiplen Myelom sollten bereits bei den ersten Anzeichen einer Infektion – vor allem bei Fieber – sofort einen Arzt aufsuchen, da das geschwächte Immunsystem nicht ausreichend auf Angriffe von Keimen reagieren kann. Eine jährliche Impfung gegen Grippe (Influenza) wird von den meisten Ärzten empfohlen.

Eine Hyperkalzämie (erhöhte Kalziumkonzentration im Blut) ist bedingt durch das Auslösen von Kalzium beim Abbau der Knochen durch die Osteoklasten. Sie kann mit Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen oder Appetitlosigkeit einhergehen. Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu Herzrhythmusstörungen, Benommenheit, Verwirrung und Muskelschwäche kommen.

Die von den Myelomzellen gebildeten Eiweiße (Antikörper und Teile davon) können in der Niere die Kanälchen, die unter anderem die Filter und Reinigungsfunktion bewerkstelligen, verstopfen und zu einer Entzündung im umgebenden Gewebe führen. Darüber hinaus können die durch den vermehrten Knochenabbau freigesetzten Mineralstoffe bei hoher Konzentration ebenfalls zu einer Schädigung der Nieren führen.

Bemerkbar macht sich eine Nierenschädigung durch Wassereinlagerungen im Gewebe (Unterschenkel, Knöchel, Augenlider), eine gestörte Urinabgabe und im fortgeschrittenen Stadium durch Müdigkeit und Verwirrtheit.

Deshalb ist es besonders wichtig, die Einnahme von nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten mit dem behandelnden Arzt zu besprechen, um eine Verschlechterung der Nierenfunktion vorzubeugen.

Ursachen

Die Ursachen für die Entstehung eines multiplen Myeloms sind weitgehend unbekannt. Man geht von einer multifaktoriellen Genese aus, d. h. vermutlich kommen mehrere ungünstige Umstände zusammen, die dann zum Auftreten der Erkrankung führen können.

Obwohl es sich nicht um eine vererbbare Erkrankung handelt, besteht bei Verwandten ersten Grades eine leicht erhöhte Häufigkeit gegenüber der sonstigen Bevölkerung. Zudem haben Männer ein etwas höheres Risiko an einem multiplen Myelom zu erkranken. Das Durchschnittsalter bei Erkrankungsbeginn liegt bei etwa 65 Jahren.

In manchen Berufsgruppen (Landwirte – Kontakt mit Pestiziden und Lösungsmitteln) tritt das multiple Myelom ebenfalls gehäuft auf. Zudem wird vermutet, dass auch radioaktive Strahlung das Entstehen eines multiplen Myeloms begünstigen kann.