Allogene Stammzelltransplantation

Die allogene Stammzelltransplantation wird beim multiplen Myelom insgesamt seltener eingesetzt. Auch bei dieser Therapieform erhalten die Patienten im ersten Schritt eine hochdosierte Chemotherapie, um die entarteten Plasmazellen soweit wie möglich zu reduzieren. Im nächsten Schritt werden den Patienten Stammzellen von passenden Spendern transplantiert, die das Knochenmark besiedeln und die durch die Chemotherapie zerstörten Plasmazellen ersetzen sollen. Die von den transplantierten Stammzellen gebildeten körperfremden Immunzellen zerstören Myelomzellen meist sehr effizient.

Voraussetzungen

Patienten müssen für dieses Verfahren bestimmte Voraussetzungen mitbringen: Sie sollten keine schweren Begleiterkrankungen aufweisen, das sechste Lebensjahrzehnt noch nicht überschritten oder nach einem ersten Rückfall auf eine Chemotherapie gut angesprochen haben. In diesen Fällen haben sich zum Teil gute Erfolge mit der allogenen Stammzelltransplantation gezeigt.

Risiken

Im Gegensatz zu einer Übertragung von eigenen Stammzellen (autolog) besteht durch ein fremdes Transplantat grundsätzlich die Gefahr der Abstoßung. Daher müssen Patienten, die sich diesem Verfahren unterziehen, oft lebenslang Medikamente zur Unterdrückung der Abstoßungsgefahr (Immunsuppressiva) einnehmen.

Nebenwirkungen

Weil die Spenderzellen die Myelomzellen des Empfängers als fremd erkennen können, identifizieren sie möglicherweise auch andere Zellen des Patienten als fremd und greifen diese an. Diese Reaktion wird als Transplantat-gegen-Wirt-Erkrankung oder englisch: Graft-versus-Host-Desease (GvHD) bezeichnet.

Eine GvHD kann schwere Haut-, Leber-, Darm- und andere Organschäden verursachen. Sie  trägt auch zu der mit der allogenen Transplantation verbundenen Sterblichkeitsrate von zehn bis 20 Prozent bei.

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