Chemotherapie

Mittels Myelomtherapie wird versucht, eine Verringerung der Beschwerden zu erreichen und das Leben der Betroffenen bei möglichst hoher Lebensqualität zu verlängern. Eine Heilung ist heutzutage jedoch noch nicht möglich.

Für die Behandlung des multiplen Myeloms stehen verschiedene Substanzen zur Verfügung, die je nach individueller Situation des Patienten gegebenenfalls auch als Kombinationstherapie eingesetzt werden können. Immer wird vom Arzt ein individueller Behandlungsplan festgelegt, der sowohl das Krankheitsstadium als auch Alter und Allgemeinzustand des Patienten berücksichtigt.

Kombination: Melphalan und Kortison

Die klassische Kombinationstherapie besteht aus Melphalan und Prednison: Mephalan wirkt zytostatisch, also hemmend auf das Zellwachstum. Prednison als Kortison-Präparat hat eine entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung.

Therapiezyklen und Applikation

Die Therapie läuft üblicherweise in Zyklen ab. Das heißt nach der Gabe der Medikamente über einen Zeitraum von einigen Tagen folgt eine therapiefreie Phase über einen Zeitraum von eingen Tagen bis zu einigen Wochen. Dann beginnt der nächste Zyklus aus Therapie und therapiefreier Phase. Die Medikamente werden in Tablettenform oder als Infusion verabreicht (appliziert).
Wenn die Behandlung anschlägt, wird sie fortgesetzt, bis sich eine ausreichende Rückgang von Krankheitszeichen (Remission) zeigt. Eine komplette Remission, bei der alle Krankheitszeichen unter die Nachweisgrenze verschwinden, wird mit der klassischen Chemotherapie allerdings nicht immer erreicht.

Hochdosis-Chemotherapie

Dann kann eine Hochdosis-Chemotherapie mit der Übertragung autologer (eigener) Stammzellen eingesetzt werden. Dieses Verfahren zählt heute zur Standardtherapie für die meisten Patienten im Alter von etwa 65 bis 70 Jahren und wird im Allgemeinen im Abstand von drei Monaten durchgeführt

Die hochdosierte Behandlung ist im Vergleich zur Chemotherapie in konventioneller Dosierung belastender, hinsichtlich der Wirksamkeit in den meisten Fällen aber überlegen.

Nebenwirkungen

Ebenso bekannte wie gefürchtet Nebenwirkungen sind Haarverlust und Übelkeit. Diese Nebenwirkungen können heute jedoch durch wirksame Medikamente gemildert oder ganz vermieden werden. Darüber hinaus sind diese unangenehmen Symptome vorübergehender Natur: Sobald die  „Chemo“ überstanden ist, verschwindet die Übelkeit und die Haare wachsen wieder nach.

Ebenfalls können unter der Chemotherapie die weißen Blutzellen (Leukozyten) und die Blutplättchen (Thrombozyten) so stark zurückgedrängt werden, dass eine vermehrte Anfälligkeit für Infekte beziehungsweise eine erhöhte Blutungsgefahr besteht. In diesen Fällen wird die Chemotherappie gegebenenfalls unterbrochen, bis sich das Blutbild wieder normalisiert hat.

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