Immunmodulation

Bei der Immunmodulation wird eine Beeinflussung des Immunsystems durch bestimmte Substanzen erzielt. Entweder, um die Immunantwort zu vermindern (Immunsuppression) – zum Beispiel zur Vermeidung von Abstoßungsreaktionen nach einer Transplantation. Oder, um die Immunreaktion des Patienten zu steigern (Immunstimulation), zum Beispiel bei schweren Viruserkrankungen oder auch zur Bekämpfung von Krebserkrankungen wie dem multiplen Myelom.

Immunmodulierende Substanzen (kurz IMiDs® für den englischen Begriff: Immunomodulatory Drugs) haben sich in den vergangenen Jahren als wirksames Mittel gegen Krebserkrankungen erwiesen. Neben Thalidomid gehören zum Beispiel Lenalidomid und Pomalidomid zu dieser Substanzklasse.

Wirkprinzip

Lenalidomid und Pomalidomid verfügen neben der immunmodulierenden Wirkung (es hemmt die Ausschüttung von entzündungs- oder tumorfördernden Stoffen) über weitere Mechanismen, die zur Tumorbekämpfung beitragen. Dazu gehören

Aktivierung von Immunzellen (T-Zellen und natürliche Killerzellen, die ihrerseits die Tumorzellen angreifen)
Wachstumsstopp durch direkten Angriff auf die Tumorzellen
Angiogenesehemmung (Hemmung der Neubildung von Blutgefäßen, welche den Tumor mit Nährstoffen versorgen)
Unterdrückung der Freisetzung von tumorfördernden Botenstoffen

Anders als beispielsweise eine Chemotherapie, bei der neben der Zerstörung des Tumorgewebes die vorübergehende Beeinträchtigung der gesunden Zellen unvermeidlich ist, wirken IMiDs® gezielt gegen die tumorauslösenden Prozesse.

Patienten und Applikation

Lenalidomid kommt für Patienten infrage, die bereits eine vorhergehende Therapie erhalten haben. Pomalidomid als neues IMiD® kann in der darauffolgenden Therapielinie eingesetzt werden. Beide Präparate stehen in Form von Kapseln zur Verfügung und werden in einem Therapiezyklus von mehreren Monaten in Kombination mit Dexamethason (einem Kortisonpräparat) oral eingenommen.

Nebenwirkungen

Als Nebenwirkung können sich Blutgerinnsel bilden, die zu einer Thrombose oder einer Embolie führen können. Auch ein Abfall von weißen Blutzellen (Leukozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten) ist möglich, in dessen Folge mit einer erhöhten Infektionsgefahr beziehungsweise einer erhöhten Blutungsneigung zu rechnen ist.

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