Innovative Therapieoption: Proteasominhibition

Als innovative Therapieoption beim multiplen Myelom gilt die Gabe von sogenannten Proteasominhibitoren, also Substanzen, die die Aktivität von Proteasomen hemmen (inhibieren). Proteasomen sind Eiweißkomplexe, die den Lebenszyklus, das heißt das Wachstum und das Absterben aller Zellen (medizinisch: Apoptose) regulieren.

Wirkprinzip

Proteasominhibitoren bewirken eine Verlangsamung des Zellwachstums und eine Beschleunigung der Apoptose. Tumorzellen reagieren sensibler auf Proteasominhibitoren als gesunde Zellen, sodass Tumorzellen zerstört werden und gesunde Zellen sich nach der Behandlung schnell erholen.

Ein Wirkstoff, der auf dem Therapieansatz der Proteasomhemmung beruht, ist Bortezomib. Neben dem genannten Effekt verfügt Bortezomib auch über eine antiangiogentische Wirkung. Die Substanz wird intravenös verabreicht.

Nebenwirkungen

Als Nebenwirkungen kann es zu einer Abnahme der Blutplättchen (Thrombozyten), der weißen Blutzellen (Leukozyten) und der roten Blutzellen (Erythrozyten) kommen, die zu erhöhter Infektanfälligkeit, zu erhöhter Blutungsneigung oder zu einer Anämie führen können.

Übelkeit, Durchfall, Erbrechen und Verstopfung treten ebenfalls häufig auf. Wichtigste Nebenwirkungen sind Sensibilitätsstörungen der Nerven mit Schmerzen und Taubheitsgefühlen, vor allem an Händen und Füßen (periphere Neuropathie), die einen vorübergehenden Therapieabbruch erforderlich machen können.

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