Die Therapie

Chemotherapie – Strahlentherapie

Chemotherapie

Klassische Chemotherapien finden heute weiterhin Anwendung in der Behandlung des multiplen Myeloms (v. a. in der Primärtherapie). Dabei werden die Medikamente auch mit ProteasomInhibitoren oder IMiDs® kombiniert.

Eingesetzte Substanzen in der Chemotherapie:

Das 1958 in Moskau in die Myelomtherapie eingeführte Medikament gehört der Gruppe der Zytostatika (Substanzen, die das Zellwachstum beziehungsweise die Zellteilung hemmen) an. Eine dauerhafte Verabreichung, welche über Jahrzehnte in Kombination mit Prednisolon üblich war, führt allerdings zu einer langfristigen Schädigung des Knochenmarkes und der gesunden Blutbildung. Melphalan wird in dieser hohen Dosierung darum nur als zeitlich begrenzte Therapie im Rahmen der autologen Stammzelltransplantation verwendet. So kann die Schädigung der gesunden Blutbildung bei gleichzeitiger effektiver Zerstörung der Myelomzellen umgangen werden. In der niedrig dosierten Kombination mit Proteasom-Inhibitoren und IMiDs® wird es nach wie vor in allen Therapielinien zur Myelombehandlung in Tablettenform und als Infusion eingesetzt.

Dieses Zytostatikum hat bis heute einen besonderen Stellenwert in der Myelomtherapie, v. a. in der Vorbereitung auf die autologe Stammzelltransplantation. In unterschiedlichen Dosen und Darreichungsformen (Tabletten, Infusionen, Spritzen) sowie in Kombination mit Proteasom-Inhibitoren und IMiDs® wird es nach wie vor in allen Therapielinien zur Myelombehandlung eingesetzt.

Das 1975 in Jena erstmals klinisch getestete Zytostatikum findet sowohl als Monotherapie (alleine) als auch in Kombination mit Proteasom-Inhibitoren und IMiDs® in allen Therapielinien breite Anwendung. Bendamustin muss nur einmal monatlich als Infusion verabreicht werden und macht Patienten dadurch relativ unabhängig von den behandelnden Einrichtungen.

Diese Zytostatika spielten noch bis in die jüngere Vergangenheit eine gewisse Rolle in allen Therapielinien beim multiplen Myelom, so auch in der Kombination mit IMiDs® und Proteasom-Inhibitoren. Aufgrund ihrer toxischen (schädlichen) Nebenwirkungen, insbesondere auf Herzmuskelzellen und Schleimhäute, finden sie allerdings heute kaum noch Anwendung.

Diese synthetisch hergestellten Glukokortikoide (Kortisonpräparate) sind fester Bestandteil in der Behandlung des multiplen Myeloms. Beide wirken in hohen Dosen zytotoxisch (zellschädigend) und verstärken die Wirkung der anderen Therapiepartner.

Nebenwirkungen einer Chemotherapie

Die Nebenwirkungen der Chemotherapeutika beruhen auf ihrer allgemeinen Wirkung auf alle sich teilenden und stoffwechselaktiven Zellen: Neben Haarausfall, Schleimhautentzündungen und Organschädigungen steht immer die toxische (schädliche) Nebenwirkung auf die Blutbildung im Vordergrund. Die Überwachung der Chemotherapie sowie die Behandlung des multiplen Myeloms erfolgt aus diesem Grund in hochspezialisierten Einrichtungen, die über ausreichend Erfahrung in der Tumortherapie verfügen.

Strahlentherapie

Grundsätzlich soll mithilfe der Strahlentherapie bei Krebserkrankungen wie dem multiplen Myelom die Teilungsfähigkeit der bösartigen Zellen gestoppt und somit ein weiteres Wachstum des Tumors verhindert werden. Die Strahlen wirken auf Tumorzellen zerstörend, während gesunde Zellen sich nach Bestrahlung innerhalb kurzer Zeit wieder regenerieren. Anders als eine Chemotherapie wirkt eine Strahlentherapie lokal, das heißt begrenzt auf ein zuvor definiertes und für die Dauer der Bestrahlung auf der Haut markiertes Areal. Die Strahlen wirken von außen durch die Haut. Zur Anwendung kommen Röntgen-, Gamma- und radioaktive Strahlen.

Beim multiplen Myelom kommt die Strahlentherapie vor allem unterstützend (supportiv) zur Linderung von Knochenschmerzen zum Einsatz. Außerdem kann die Strahlentherapie Knochenbrüchen vorbeugen und vorhandene Knochenbrüche stabilisieren. Um dem gesunden Gewebe Zeit zur Regeneration zu geben („Reparaturmechanismus“), muss die gesamte Strahlendosis in mehrere Einzelsitzungen aufgeteilt werden. Bewährt haben sich wöchentlich fünf Behandlungen über eine Gesamtdauer von mehreren Wochen, wobei jede einzelne Sitzung wenige Minuten dauert.

Als akute Nebenwirkungen können je nach Bestrahlungsfeld Hautrötungen, Durchfall und Erbrechen auftreten. Selten dauern diese unerwünschten Begleiterscheinungen jedoch über einen längeren Zeitraum an.