Die Therapie

Monoklonale Antikörper

Antikörper sind Proteine (Eiweiße), die vom Immunsystem als Reaktion auf bestimmte Stoffe, so genannte Antigene, gebildet werden. Monoklonale Antikörper sind synthetisch hergestellte Antikörper. Seit 2016 stehen für die Rezidivtherapie (Behandlung beim Wiederauftreten der Myelomerkrankung) zwei monoklonale Antikörper zur Verfügung: Elotuzumab und Daratumumab.

Elotuzumab ist ein immunstimulierender und indirekt zelltoxischer (Zellen schädigender) Wirkstoff, der in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason zur Behandlung des wiederaufgetretenen multiplen Myeloms eingesetzt wird. Dieser Antikörper aktiviert die natürlichen Killerzellen (Zellen des Immunsystems) und bringt Killer- und Myelom-Zellen zusammen. Damit handelt sich um eine sogenannte Krebsimmuntherapie. Das Arzneimittel wird als intravenöse Infusion verabreicht. Die häufigste mögliche unerwünschte Wirkung ist die Lymphopenie (Reduzierung der Lymphozytenzahl im Blut).

Daratumumab ist ein antitumoraler (gegen den Tumor gerichteter) und zytotoxischer (teilweise Zellen schädigender) Antikörper. Die Wirkung beruht darauf, dass der Antikörper an ein bestimmtes Protein/Glykoprotein (CD38) auf den Myelomzellen bindet. Diese Bindung führt anschließend zur Zerstörung der entsprechenden Zellen. Zusätzlich scheint Daratumumab eine immunmodulierende Wirkung zu besitzen, weil es durch die Bindung an T-Zellen (weiße Blutzellen, die der Immunabwehr dienen) diese Zellen aktivieren kann, um die Myelomzellen zu bekämpfen. Das Arzneimittel wird als intravenöse Infusion verabreicht und kommt in der Rezidivtherapie entweder als Einzeltherapie zum Einsatz oder auch in Kombination mit Lenalidomid oder Bortezomib. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Infusionsreaktionen (während oder nach der Infusion auftretende Symptome wie beispielsweise Kopfschmerzen oder Brechreiz), Müdigkeit, Übelkeit, Rückenschmerzen, Fieber, Husten, Infektionen der oberen Atemwege, Anämie (Blutarmut), Neutropenie (Erniedrigung der neutrophilen Granulozytenzahl im Blut) und Thrombozytopenie (verminderte Anzahl von Blutplättchen).