Die Therapie

Proteasom-Inhibitoren

Proteasom-Inhibitoren bewirken eine Verlangsamung des Zellwachstums und eine Beschleunigung des Absterbens von Zellen indem sie die Proteasomen, komplexe Eiweiße in der Zelle, hemmen. Da Tumorzellen sensibler auf Proteasom-Inhibitoren reagieren als gesunde Zellen, werden Tumorzellen zerstört, während sich gesunde Zellen nach der Behandlung schneller erholen. Ein Wirkstoff, der auf dem Therapieansatz der Proteasom-Hemmung beruht, ist Bortezomib. Darüber hinaus verfügt Bortezomib auch über eine antiangiogenetische – also eine die Gefäßneubildung hemmende – Wirkung. Die Substanz wird intravenös oder subkutan, also unter die Haut, verabreicht und kann sowohl bei neudiagnostizierten als auch Patienten nach einem Rückfall der Erkrankung eingesetzt werden.

In den letzten beiden Jahren wurden zwei neue Proteasom-Inhibitoren für die Therapie ab dem ersten Rezidiv (Wiederauftreten der Erkrankung) zugelassen: Carfilzomib als intravenöse Infusion (auch als Kombinationstherapie mit Lenalidomid und Dexamethason) und Ixazomib als erster Proteasom-Inhibitor in Tablettenform (ebenfalls in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason). Ixazomib ist sehr gut verträglich und nur selten werden Magen-Darm-Probleme beobachtet. Bei der Behandlung mit Carfilzomib muss aufgrund von möglichen Nebenwirkungen besonderes Augenmerk auf die Herz- und Nierenfunktion gelegt werden. Bortezomib führt zu meist reversiblen (reparablen) Schädigungen der peripheren Nerven, die teilweise mit starken Schmerzen an Händen und Füßen einhergehen können und dadurch einen Therapieabbruch erzwingen. Alle Proteasom-Inhibitoren können kurzzeitig die Blutbildung, insbesondere die Produktion der Blutplättchen hemmen, weshalb eine Blutbildkontrolle während der Therapie empfohlen wird.