Grundwissen

Unser Knochenmark/die Blutbildung

Aufbau und Lokalisation des Knochenmarks

Die Hohlräume der großen Knochen sind von einem Gerüst aus feinen Knochenbälkchen (Trabekel) durchzogen und bilden ein schwammartiges Gewebe (Spongiosa). In den Zwischenräumen der Spongiosa befindet sich das blutbildende Knochenmark, das aus Binde-, Fett und Stammzellgewebe besteht.

Man unterscheidet zwischen gelbem Knochenmark, in dem große Mengen von Fettzellen eingelagert sind, und rotem Knochenmark, das für die Blutbildung zuständig ist.

Funktion des Knochenmarks

Da Blutzellen nur eine beschränkte Lebensdauer haben (wenige Tage bis wenige Wochen), müssen sie ständig neu gebildet werden, damit immer genügend funktionsfähige Zellen im Blutkreislauf vorhanden sind. Der Ort der Entstehung und Reifung der Blutzellen ist das rote Knochenmark, in dem die Zellen zunächst in undifferenzierter Form (das heißt unreif und generell teilungsfähig) als sogenannte Stammzellen vorhanden sind.

Stammzellen können sich durch Zellteilung vermehren oder sich über verschiedene Reifungsstufen zu den einzelnen Zelltypen weiterentwickeln. Dank des dynamischen Gleichgewichts der Blutbildung, speichert das Knochenmark jederzeit einen Vorrat an Stammzellen und verfügt damit über genügend Ausgangsmaterial, um daraus die unterschiedlichen Zellen des Blutes zu produzieren.

Nachdem die Stammzellen im Knochenmark zu differenzierten Zellen (das heißt spezialisierten, funktionstüchtigen Zellen mit begrenzter Teilungsfähigkeit) wie Erythrozyten, Thrombozyten und Leukozyten herangereift sind, werden sie in den Blutstrom ausgeschwemmt. Der Abbau der alten, nicht mehr funktionstüchtigen Blutzellen erfolgt in Leber und Milz.